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SPAMALOT – Monty Phython´s Kultmusical auf der Freilichtbühne in Jagsthausen

20. Juni 2022 von Ann-Kathrin Halter

von Gina Kurle

Ein lauer Frühsommerabend in Jagsthausen. Bereits auf dem Weg vom Parkplatz zur Götzenburg hört man leise die Klänge vom Soundcheck. Wer genau hinhört kann das Lied erkennen: „Always look on the bright side of life“. Sofort möchte man mitpfeifen und singen.

Wer Monty Python kennt – und wer kennt sie nicht – weiß, dass es bei den Filmen und Sketchen alles andere als korrekt zugeht. Warum dann nicht auch den Kulthit aus „Das Leben des Brian“ in das Musical zu „Die Ritter der Kokosnuss“ verpacken?

Der Auftrag kommt von ganz oben: Gott befiehlt König Artus (Jeff Zach) den heiligen Gral zu finden. Das ist allein schwer, gemeinsam mit seinem treuen Gefährten Patsy (Carlo Benz) sucht Artus tapfere, heldenhafte Ritter, die ihn bei der Gralsuche unterstützen. Doch Sir Robin (Frank Roder), Sir Lancelot (Dan Glazer) Sir Galahad (Raphael Dörr) und Sir Bedevere (Sarah Kattih) sind nicht gerade Vorzeigeritter und so ist Chaos vorprogrammiert. Artus und sein Gefolge begegnen zudem vielen schrägen Gestalten. Eine Kombination die im Publikum für reichlich Lacher sorgt.

Schon zu Beginn erkennt der Zuschauer, dieses Musical ist vollkommen anders als all die anderen Musicals, die man so kennt. Doch genau dieses „anders sein“ macht den Charme von Monty Python aus. Eva Hosemanns überraschende und humorvolle Inszenierung des Musicals zieht das Publikum in den Bann. Man erkennt wie viel Herzblut und Liebe zum Detail sie und ihr gesamtes Team in das Werk gesteckt haben. Jeff Zach schafft es schon mit seinem ersten Auftritt, die Sympathie des Publikums zu gewinnen. Als König vollkommen untragbar, doch ein Held der Herzen, der ohne seinen treuen, naiven, aber sehr liebenswerten Knappen Patsy verloren wäre.  Neben Jeff Zach sticht besonders Helena Blöcker durch ihre Qualitäten als Musicaldarstellerin hervor. Sie hat schon in verschiedenen großen Musicalproduktionen mitgewirkt, bringt viel Bühnenerfahrung mit.  Die Rolle der „Fee aus dem See“ scheint ihr auf den Leib geschneidert, genauso wie ihre vielen, extravaganten Kostüme (Kostümbild: Claudia Flasche). Dan Glazer, beweist, wie wandelbar er ist. Einmal als Franzose, einmal als der federführende Sprecher der „Ritter von Ni“ oder als Sir Lancelot, der zum Glück noch rechtzeitig seine sexuellen Vorlieben erkennt und so seinen persönlichen „heiligen Gral“ finden und ehelichen kann. Die von Selatin Kara choreographierten Tanzszenen sind auf den Punkt genau gesetzt und untermalen die Geschichte auf der Bühne. Am liebsten möchte man aufstehen und mittanzen. Und spätestens bei „Always look on the bright side of life“ vergisst das Publikum, dass es eigentlich Publikum ist und singt mit dem Chor mit.

Was wie ein großer, absurd-bunter Klamauk auf der Bühne wirkt, ist eine humorvolle, aber auch kluge Abhandlung über das Leben und die ständige Frage nach dem Sinn danach. Und zum Schluss erkennt man, das sinngebende Element ist immer man selbst. Wer die Tribüne der Götzenburg nach „Spamalot“ nicht mit einem Grinsen verlässt, geht zum Lachen in den Keller. In einer Zeit voller Probleme und Krisen lässt einen ein so humorvoller Abend die Herausforderungen leichter meistern