Menü Icon

Peter Bause über…

7. April 2015 von Kerstin Lammer

Am kommenden Samstag wird Peter Bause im Gewölbe der Götzenburg auf der Bühne stehen, im Sommer übernimmt er die Rolle des Tevje in “Anatevka“.  Ein kurzes Interview:

BFS: Im letzten Jahr waren Sie bei uns in „Jugend ohne Gott“, in diesem Jahr treten Sie mit  „Die Judenbank“ bei uns im Gewölbe auf. Warum halten Sie es für wichtig sich auch heute noch im Theater mit der NS-Zeit auseinander zu setzen?

Peter Bause: Die Welt ist aus den Fugen. Der Nationalismus ist die gefährlichste Krankheit in unserer Zeit und wenn ich mich damit beschäftige, sehe ich die Gegenwart. Durch ein Fehlverhalten in der Weimarer Republik kamen die Nazis an die Macht. Heute gehen die genauso brutal vor und zwingen ehrenamtliche Bürgermeister zum Rücktritt, den Rechtsstaat machen die lächerlich und haben Putin als Vorbild. Man muss sich mit der NS Zeit beschäftigen, damit man erkennt, dass sich die Gegenwart wehren muss. Meine Frau und ich haben gerade in Stuttgart “Jeder stirbt für sich allein” gespielt, auch um ein Zeichen zu setzen, gegen jede Art von Diktatur.

BFS: Was schätzen Sie an der Hauptfigur „Dominikus Schmeinta“?

Peter Bause: Dominikus Schmeinta ist ein naiver Mensch und ist daher gerecht. Und diese Gerechtigkeitssuche wird ihm zum Verhängnis.
Ach, hätten wir doch alle einen wachen Gerechtigkeitssinn!

BFS: Im Sommer werden Sie auch den Tevje in “Anatevka” spielen. Nicht Ihre erste Hauptrolle, die Sie in Jagsthausen übernehmen. Was gefällt Ihnen persönlich an Jagsthausen besonders?

Peter Bause: Jagsthausen ist eine historische Stätte. Und wenn man dann noch so lesen kann, wer da alles gespielt und die Menschen begeistert hat, da ist man doch etwas stolz, einen gehörigen Beitrag dazu geleistet zu haben! Jagsthausen ist ein Juwel, die Zuschauer sind eng dabei, ja so ist das, man muss nur noch gut sein!

BFS: Warum sollte man “Anatevka” auf keinen Fall verpassen?

Peter Bause: Sagen wir mal so. “Anatevka” gehört zu den Stücken, die man einfach gesehen haben muss!

Foto: (c) Bo Lahola