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Kleines Lexikon zu Anatevka

31. Juli 2015 von Kerstin Lammer

Man muss nicht jiddisch können, um an Anatevka seine Freude zu haben.  Ein paar Worte zu kennen, schadet aber  nicht. Vielleicht seid Ihr ja auch überrascht welche Worte, deren Herkunft Ihr nicht kanntet, es bereits in unseren Alltag geschafft haben:

Bohai (jidd. paihe): Streit, Aufregung, Krawall

Chuzpe (jidd. ‏חוצפה‎ Chuzpe): Frechheit, Dreistigkeit

Der Flaschentanz: ist ein alter Brauch der jemenitischen Juden. Er wird als Wettbewerb bei festlichen Anlässen aufgeführt

Kaff: Das im Deutschen in manchen Regionen gebräuchliche Wort für „unbedeutendes, kleines Dorf, in dem nichts los ist“ kommt wahrscheinlich über das Jiddische vom hebräischen Wort ‏כָּפָר‎ kafar (= „Dorf“).

Kamzoll (jidd. Kamisol): Die Weste, typisches Kleidungsstück, wurde meistens aus kariertem Kattun (Baumwollstoff) geschneidert. In Anatevka der Nachname des Schneiders Mottel.

koscher (jidd ‏ככּשר‎ [‘kojʃɛr], hebr. ‏ככּשר‎ Kascher, [ka’ʃɛʀ]): „tauglich, gesund“ (im modernen Hebräisch bedeutet cheder kosher Fitnessraum). Mit Koscher bezeichnen die Juden Speisen, die nach der Tora erlaubt sind.

L’chaim: Zum Wohl, Auf’s Leben!; Trinkspruch der sich aus dem hebräischen Wort Chaijm (Leben) entwickelte

Masel tov: viel Glück, viel Erfolg bzw Glückwunsch! Masel heißt wörtlich Ein Tropfen von oben

mauscheln (jidd moischele „Moses“,hebr. ‏מֹשֶׁה‎ mosche „Moses“ oder ‏מָשָׁל‎ maschal „Gleichnisrede; Spruch; Stichelrede“):  hinter vorgehaltener Hand flüstern

Meschugge: verrückt

Die Mesusá (Mesusé): Gebetstafel, in jedem jüdischen Haus an der Tür zu finden. Auf ihr stehen die wichtigsten Leitsätze des jüdischen Glaubens: “Gott ist der einzige Gott. Du sollst Deinen Nächsten lieben. Komm und geh in Frieden” Beim Betreten des Hauses wird die Gebetsrolle geküsst.

Mischpoke, Mischpoche (jidd. ‏משפחה‎ Mischpoche [miʃ’puχe], hebr. ‏מִשְׁפָּחָה‎ Mischpacha [miʃpa’χa]): Familie, Gesellschaft, Bande

Rabbi: wörtl. Mein Lehrer ist das weltl. und geistl. Oberhaupt einer jüdischen Gemeinde. Er wacht über Religion und Tradition und als Schiedsrichter bei Streitigkeiten aufgesucht. Sein Urteil ist unumstößlich.

Schabbes: jidd. Abwandlung von Sabbat bzw. Schabbat: Ruhe. Der siebte Tag der Woche, der Tag der Ruhe und Heiligung zur Erinnerung an die Schöpfung der Welt. Die Sabbatfeier ist 45min vor Nachtbeginn mit Lichtzünden und Arbeitsverbot. Der Sabbat wird mit einem Begrüßungslied empfangen.

Schlamassel ( jidd. ‏שלימזל‎ Schlimasel): Unglück; Gegenstück zu „Massel“; „Schlamassel ham“ – bedrückende Sorgen haben; „in einem Schlamassel stecken“ – sich in einer recht aussichtslosen Situation befinden

Stetl: deutsch „Städtlein“ ist die Bezeichnung für Siedlungen mit hohem jüdischem Bevölkerungsanteil im Siedlungsbereich der Juden in Osteuropa vor dem Zweiten Weltkrieg.