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Eva Hosemann leitet Theater AG

20. März 2015 von Kerstin Lammer

Unsere stellvertretende künstlerische Leiterin Eva Hosemann hält seit diesem Schulhalbjahr eine Theater AG an der Grundschule Jagsthausen.
17 Schüler der dritten und vierten Klassen finden sich jeden Montagnachmittag im Untergeschoss der Schule ein. Alle Stühle und Tische des großen Raumes sind zur Seite geräumt, denn für Theaterübungen braucht man viel Platz, um sich frei bewegen zu können.

Viel Platz, keine Stühle – das heißt auch, dass die vom langen Schultag aufgedrehten Kinder schwer zu bändigen sind, wenn Sie erst mal die Möglichkeit sehen rumzurennen. Um Ruhe reinzubringen, beginnt die Stunde mit einem Sitzkreis. In den letzten Stunden wurde das Thema Kommunikation besprochen. Mit einem kleinen Rückblick soll das heutige Thema an dem bereits Bekannten anschließen. Also: „Wie äußern sich Menschen?“ Mit „Mimik, Gesten, Zeichen, Worte, Körpersprache“ zählen die jungen Schüler auf und machen intuitiv gleich das ein oder andere vor.

Körpersprache wortwörtlich

Richtig anspruchsvoll wird es dann im nächsten Schritt. Die Schüler sollen das Wort „Theater!“ mit ihren eigenen Körpern bilden. Zwei Schüler machen recht schnell das „T“, das „H“ ist zu dritt auch noch einfach und das „E“ zu fünft prinzipiell auch, nur die Größenverhältnisse der Buchstaben stimmen nicht. Bei 17 Schülern fehlen mit der Methode auch spätestens beim zweiten „E“ des Wortes Theater noch weitere Schüler. Kurz nachgedacht. Für jeden einzelnen Buchstaben dürfen es nicht mehr als zwei, maximal drei Schüler sein. Eine neue Taktik: Arme und Beine und Verbiegungskünste führen schließlich zum gewünschten Ergebnis.

Spiegelbild sein

Danach geht es gleich weiter, mit einer Spiegelbildübung. Zum Warmwerden darf jedes Kind etwas vormachen, das alle anderen Kinder nach machen müssen. In der großen Gruppe wird dabei ziemlich viel gehüpft und gerannt. In zweier Gruppen konzentrieren sich die Kinder dann aber haargenau, welche Bewegung ihr gegenüber macht, auch wenn der ein oder andere durch schnelle Drehungen seinen Partner versucht auszutricksen.

Chinesisches Roulette

Nach der Pause bleibt es wieder konzentriert. Im Sitzkreis spielen die Kinder chinesisches Roulette. Ein Gesellschaftsspiel bei der eine Person den Raum verlässt und eine andere aus der Mitte ausgewählt wird, die von der wieder hereinkommenden Person erraten werden muss. Die hereinkommende Person darf dabei Fragen stellen, wie, was wäre der oder die, wenn Sie ein Tier/Gegenstand/Farbe etc. wäre. Auf diese Weise charakterisieren sich die Kinder gegenseitig und weisen sich Eigenschaften zu. Wenn auch nicht immer ganz ernst gemeint, macht das Spiel allen ziemlich viel Spaß, sodass die Stunde gar nicht aufhören müsste.

Und ganz nebenbei lernen die Kinder bei den Theater Übungen auch einiges für das tägliche Leben: Die Stimme richtig einzusetzen, Körpersprache, gemeinsam Aufgaben lösen, aufeinander achten, sicheres Auftreten, sind Dinge, die man schließlich nicht nur als Schauspieler braucht, sondern auch im Alltag oder in der Schule wie zum Beispiel beim Halten von Referaten.

 Jahrelange Zusammenarbeit: Grundschule und Burgfestspiele

Die Zusammenarbeit der Burgfestspiele mit der Grundschule Jagsthausen hat eine lange Tradition. Bereits in den vergangenen Jahren standen die Kinder der dritten Klasse immer im Kinderstück auf der Bühne. Da alle Kinder so begeistert waren, galt es nun endlich den Schritt zu gehen und mit einer Theater AG die Kooperation auszubauen.
Auch in diesem Jahr stehen die Drittklässler auf der Bühne. Bei Ronja Räubertochter werden sie Gnome und Rumpelwichte spielen. Die Theater AG dient Ihnen als erste Vorbereitung für ihren Auftritt bevor Anfang Mai die Proben für das Stück beginnen.