Burghof im „Blues Brothers“ - Fieber
17. August 2010 AKTUELLES

Burghof im „Blues Brothers“ - Fieber

Jagsthausen erlebt differenzierte Nachfrage

  

Ausverkaufte und stets mit viel Applaus und mehreren Zugaben endende Theaterabende der „Blues Brothers“, deutlich schwächer besuchte, aber dennoch mit sehr positiven Zuschauerreaktionen bedachte Schauspiele – dies ist die sehr gemischte Bilanz der Burgfestspiele Jagsthausen für die 61. Spielzeit, die vergangenen Sonntag mit dem Traditionsstück „Götz von Berlichingen“ ausklang.

  

Rund 43.600 Besucher kamen in diesem Jahr zu den 68 Aufführungen in die Götzenburg – erwartet wurden 51.000. Dies entspricht knapp 85 Prozent zur Planung. Uneingeschränkt erfolgreichstes Stück war „The Blues Brothers“ das an nahezu jedem Abend trotz Zusatzveranstaltungen ausverkauft war und rund 17.500 musikbegeisterte Gäste in den Burghof führte. Gerade dieses Stück habe gezeigt, dass ein qualitativ hochwertiges Ensemble es schafft, die Besucher begeisternd in ihren Bann zu ziehen, unterstreicht die Geschäftsleitung den Anspruch der Festspiele, keine Anstriche in der Besetzung zu machen. Hinter den Erwartungen blieben jedoch die Schauspiele und das Familienstück zurück: Das Traditionsstück „Götz von Berlichingen“ in einer Neuinszenierung von Heinz Kreidl und einem großartigen Ulrich Bähnk in der Titelrolle sahen über 8.000 Theaterinteressierte, Shakespeares Komödie „Was ihr wollt“ besuchten rund 5.100 Gäste. Etwa 12.500 jüngere und jung gebliebene Besucher erfreuten sich am diesjährigen Märchen „Der kleine Muck“. Zum Abend „Lügen, aber ehrlich“ kamen über 500 Zuschauer.

  

Dass die erwarteten Besucherzahlen nicht erreicht wurden, führen die Verantwortlichen der Burgfestspiele neben dem erfolgreichen Auftritt der deutschen Fußballnationalmannschaft bei der WM in Südafrika vor allem auf folgende Fakten zurück: der sehr langen, bis in den Mai hineinreichenden kalten Witterung, die keinerlei Vorfreude auf laue Theaterabende unter freiem Himmel machte, die dazu im Gegensatz folgende extrem heiße Witterung zu Beginn des Monats Juli, eine gewisse, schon sich in den Vorjahren andeutende Zurückhaltung bei ernsteren Schauspielen oder Dramen unter freiem Himmel sowie die räumliche Lage von Jagsthausen, die zum Beispiel dazu führt, dass beim Familienstück die – je nach Entfernung – Buskosten höher sein können als der Eintrittspreis.

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